Leche de Tigre…

…ich war mal wieder mit einem guten Freund die Hamburger Gastroszene testen. Diesmal ging es für uns ins tiefste Ottensen. Ins Leche de Tigre. Eine spannende Geschichte, wie ich finde. Sehr leckeres Essen, jedoch bist du dort falsch, wenn du dich in Ruhe unterhalten möchtest. Im Leche de Tigre sitzt du eher an einer seeeeeehr langen Tafel. Wie mit Freunden. Lediglich ein dünner Spalt zwischen den Tischen als Durchgang zeigt, dass du deinen Nebenmann nicht kennst. Unser Glück an dem Abend war wohl, dass sowohl links wie auch rechts nur spanisch gesprochen wurde und wir eh nichts verstanden haben, dementsprechend auch nicht abgelenkt wurden.

Die Einrichtung:

Das Leche ist schrill und bunt! Mit den großen Lampions unter der Decke soll man sich wohl wie unter freiem Himmel fühlen. Keine schlechte Idee. Das Geschirr auf den Tischen und die Bilder an der Wand spiegeln das Essen – bunt, vielfältig und ausgefallen. Dazu aber gleich mehr.

Zum Thema Lautstärke könnt ihr euch vorstellen bin ich eher so geteilter Meinung. Ich liebe es selbst, mit Freunden und Familie an großen Tischen zu sitzen, das Leben zu genießen und die Sommernächte zu erleben. Aber alles im Rahmen. Leise Musik im Hintergrund darf natürlich nicht fehlen – im Leche „fehlte“ die auch nicht, war durch die Lautstärke und Menge der Menschen aber teilweise auch einfach nicht zu hören.

Nichts desto trotz gefällt mir die Aufteilung in dem eher langen Schlauch von Raum. An der Fensterseite die lange Tafel, gegenüber Platz für kleine Gruppen.

Das Essen:

kleine Teller, große Auswahl. Wenn ich sonst immer mecker, wenn die Karte zu groß ist und auch jedem Gastronom nur empfehlen kann, seine Speisekarte klein zu halten, so braucht man im Leche de Tigre die große Auswahl. Denn was wäre eine Tapas-Karte mit 5 Gerichten? Auf jeden Fall keine Tapas-Karte. Kalte und warme Vorspeisen, Hauptgänge mit Fisch, Fleisch und auf vegetarischer Basis und eine kleine feine Dessertkarte bringen Glück ins abendliche Leben.  Wir hatten Manjokpommes, ein Lachstatar mit Terijaki-Sauce und Algen sowie Huhn auf weißen Bohnen mit Guacamole. Man könnte meinen, das ist Essen, welches schwer im Magen liegt – dem war aber absolut gar nicht so. Das Essen hatte eine Leichtigkeit und Frische, dass wir gut und gern noch mehr Teller hätten essen können, wenn wir beide mehr Hunger gehabt hätten. Genug Auswahl wäre noch da gewesen.

Das Essen war auf jeden Fall auf dem Punkt! Nicht zu trocken, nicht zu überwürzt, nicht zu Einfallslos. Lediglich das Dessert – Feigen, Ziegenfrischkäse und eine Sauce war einfach nur „ok“, muss man jetzt aber nicht nochmal haben.

Als Kleinigkeit vorweg gibt es im Leche de Tigre eine Auswahl an gewürzten Nüssen – leider! Denn die sind so unfassbar gut, dass man gar nicht aufhören kann….

Der Service:

…auf jeden Fall passt jedes der Mädels in diesen Laden! Alle miteinander haben eine Herzlichkeit, die man Ihnen abnimmt. Man wird beim Betreten des Ladens richtig abgeholt, mit Freude erwartet – es werden alle Tischwünsche erfüllt und sie bemühen sich, einem einen ganz wunderbaren Abend zu bereiten. Was ich aber eben noch grandioser fand, war die Tatsache, dass wirklich jede auf ihre Art und Weise in diesen Laden passt – und dieses Phänomen hatte ich noch in keinem anderen Restaurant!

In die Küche selbst kann man nur durch den kleinen Pass schauen – und dahinter ist eine Fröhlichkeit vorhanden, die schwappt durch den Pass bis in den Gastraum – zumindest in den Teil, der durch dieses kleine Fenster schauen kann.

An diesem Abend zumindest war die Küchencrew sowas von glücklich, dass ich teilweise mitschmunzeln musste, beim Anblick, wie vergnügt man doch kochen kann.

Fazit:

Ich war definitiv nicht das letzte Mal im Leche de Tigre. So einen großartigen und entspannten Abend genießt man dort bestimmt auch ein zweites und ein drittes Mal. Ich möchte es auf jeden Fall versuchen und die Speisekarte ist ja eh noch so groß, dass weitere Besuche dringend notwendig sind. Preis-Leistung stimmt auf jeden Fall, kurzfristiges reservieren „wir kommen in ner halben Stunde“ auch kein Thema. Aber ich denke, eine „langfristige“ Reservierung wäre auch sinnvoll!

Ich mags euch gerne empfehlen, probiert es aus und überzeugt euch selbst vom Leche de Tigre!

Alles Liebe vom Elbwidder

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