Küchenfreunde…

..sind wir ja irgendwie alle. Jeder mag gutes Essen, manche lieben es in der Küche zu stehen, andere werden sogar Koch….und dann gibt es mich. Ich liebe es, in  meiner Küche zu stehen und an Rezepten zu basteln – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Ich steh aber auch total auf gutes Essen, was mir andere machen….deshalb geh ich regelmäßig mit Freunden (ebenfalls aus der Gastro) in Hamburg auf kulinarische Entdeckungstour und hoffe insgeheim auf DEN einen Gaumensex!

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Jeder der mir folgt weiß, dass ich einen ziemlich guten Gastroeinblick habe…sozusagen selbst Gastronom bin. Zwar liegt mein Schwerpunkt auf dem Gastromarketing, intensive Jahre in der Hotellerie bringen aber eben doch einen entsprechenden Wissensstand mit sich. Dann kommt auch die Tatsache hinzu, dass ich was Service, Ambiente und Lebensmittel angeht wirklich etwas picky bin und auf jedes kleinste Detail achte…für meine Mitmenschen nicht immer ganz einfach, aber abschalten kann ich irgendwie nicht mehr beim Essen gehen.

Zuletzt wurden die Küchenfreunde unter die Lupe genommen. Das Original am Grindelhof bzw die Küchenfreunde im Lehmweg – beide unterschiedlicher wie sie nur sein können aber dennoch das gleiche.

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Die Einrichtung:

Lehmweg:

stylisch-urig. 2 verschiedene Räume laden zu einem gemütlichen Dinner ein. Der erste Raum ist eher gemütlich eingerichtet mit Hochtischen und vielen feinen Sitzgelegenheiten. Ebenfalls befindet sich in diesem Raum die Bar und der Weg zur Küche. Im angrenzenden Raum haben wir den Blick nach draußen, eine gemütliche Loungeecke, ein paar Hochtische und normale Tische, die auch zu langen Tafeln gestellt werden können (dann wirds allerdings extrem laut…). Alles in allem am Abend recht dunkel, da wirds eben romantisch mit Kerzen und indirektem Licht…

Grindelhof:

klein und fein, ein bisschen wie in einer bayrischen Berghütte – allerdings mit mehr Stil und Geschmack 🙂 Im hinteren Teil verstecken sich 3 Tische a 2 Personen und jeweils 2 Tische an Bänken für kuschlige Momente mit den TischNachbarn 🙂 An der Bar „im Schaufenster“ kann man ebenso sitzen und dem Treiben zuschauen. Ganz nett ist die Lösung mit den Toiletten. Es gibt genau: 1 ! Und das Waschbecken befindet sich am Fluranfang…..mit Blick in den Gastraum….nicht so geil – aber eben in so kleinen Läden nicht anders machbar. Und unter uns – irgendwie hats ja auch Charme.

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Das Essen:

Lehmweg:

Man will ja eigentlich immer alles – und davon viel! Geht nicht, macht der Magen nicht mit, Hungergefühl zu klein. Egal – das was ich an diesem Abend gegessen habe war der absolute Hammer! First class! Jede einzelne Komponente, die dem Gericht beigemischt wurde konnte man schmecken. Zur Vorspeise gab es einen Salat aus Kichererbsen, Aubergine, Ziegenfrischkäse und Kräutern – eine total leichte und lockere Vorspeise – trotz der Kichererbsen -, die man immer wieder bestellen kann. Ein Hauptgang passt auf jeden Fall noch rein.

Wo wir auch beim Thema sind: der Hauptgang – oder besser gesagt, die Hauptgänge:

Ich suche grundsätzlich etwas „klassisches“ aus und etwas „extravagantes“. Diesmal gab es klassisch ein Schnitzel mit Kartoffel-Gurken-Salat und ein Steinbuttfilet vom Grill mit Limonenrisotto, Fenchel und Safranschaum.

Das Schnitzel war hauchdünn und wunderbar knusprig – besser kann man es auch in Österreich auch nicht bekommen. Der Kartoffel-Gurken-Salat nett angemacht, nicht zu würzig, nicht zu faad.

Der Steinbutt war allerdings noch viel besser! Den Geschmack vom Grill hatte man schon in der Nase und im Mund dann sowieso, der Fenchel war unheimlich zart und das Limonenrisotto schmeckt sogar einem Menschen, der kein Risottofan ist 🙂

Der Nachtisch:

war so enttäuschend, dass ich das Foto wieder gelöscht habe. Ich wollte alles – also gabs die Variation von allem…….Eis, Crumble, Creme, noch mehr Eis…..möchte hierauf nicht weiter eingehen!

Grindelhof:

gleich vorweg – nein, es gibt keine Fotos! Es gab einen Salat mit gegrilltem Ziegenkäse – ein bisschen enttäuschend wenn ich ehrlich bin – sollte man doch meinen, dass es bei jedem schlichten Salat mit Ziegenkäse ein Highlight geben sollte – und Currywurst – als Snack absolut geil und sehr lecker. Jedoch beides nicht so fotogen, dass ich es euch auf dem Blog zeigen wollte. That’s it. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Salat ist Salat, Currywurst ist Currywurst….leider. Ich suche ja immer noch die perfekte Soße zur Currywurst, die mit dem Gaumensex….Geschmacksorgasmus……wer sie findet darf mir Bescheid geben!

Der Service:

Lehmweg:

Sehr bemüht – seeeehr bemüht……vielleicht ein bisschen zu bemüht. Manche Menschen werden gerne betüddelt, wollen first-class-Betreuung. Ich nicht! Ich möchte meinen reservierten Platz gezeigt bekommen, möchte eine Getränkeempfehlung (die unter uns wirklich der Wahnsinn war!), mein Essen bestellen und dann darf der Kellner noch einmal kommen und fragen ob es schmeckt. DANN…darf man aber auch seine Gäste mal in Ruhe lassen. Wie wir ja alle wissen, können wir uns alle selbst bewegen, wenn wir etwas möchten. Ein weiteres Signal ist z.B. auch, wenn man fertig ist mit essen und das Besteck zusammengelegt ist….dann könnte man auch mal vorbeischauen und fragen….aber dazwischen….bitte!!! Lasst uns in Ruhe! Das gilt nicht nur für den Service im Lehmweg – das gilt für alle! Stresst eure Gäste nicht. Sie bestellen nicht mehr und nicht weniger, wenn ihr sie alle 7 Minuten betüddelt.

Grindelhof:

Das absolute Gegenteil. Man wird zwar noch nett begrüßt aber dann…wirds….hmm…so wie gewünscht 🙂 Man wird eher kühl bedient, aber das ist auch völlig in Ordnung. Zu viel getüddel wäre dort fehl am Platz. Naja ok…vielleicht hatte er auch nur einen schlechten Tag 😀 Aber ich habe mich an dem Abend zumindest wohler gefühlt als im Lehmweg  – was den Service angeht!

Grundsätzlich ist es ja immer eine Gradwanderung was guten Service angeht…….ein Thema, wo überall und immer geschult werden muss….nur die meisten Gastronomen wollen sich das einfach nicht eingestehen…..

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Fazit:

Ich würde sowohl im Lehmweg wie auch im Grindelhof immer wieder einen Tisch reservieren – immer wieder essen gehen – immer wieder schöne Abende verbringen.

Wenn man allerdings einen exklusiveren Abend in schicker Atmosphäre möchte, sollte man in den Lehmweg gehen. Kleiner Abzug hier: Sonntags ist geschlossen.

Wer es lieber locker und rustikaler möchte, der ist im Grindelhof gut aufgehoben!

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So, ich hoffe ihr geht jetzt alle auch mal zu den Küchenfreunden – sie haben es wirklich verdient!

Liebe Grüße vom Elbwidder

p.s. nächste Woche dann ein Post zum aktuellen Gesundheitszustand…..nach der großen Auswertung!

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